Immer
mehr Verbraucher entdecken Palladium als Alternative zum teuren
Platin. Deutlich zunehmen wird künftig
die Verwendung des preisgünstigen „Schwestermetalls“ in
der Kataly-satoren-Herstellung. Aber auch in der Schmuckindustrie
erfreut Palladium sich steigender Beliebtheit. So verarbeiteten
beispielsweise chinesische Juwelierer 2004 mit 750.000 Unzen
gut dreimal so viel Palladium wie ein Jahr zuvor. Trotz allem
dürften die massiven Produktionsausweitungen in Russland
und Südafrika einen größeren Preisanstieg verhindern.
Wozu
wird Palladium verwendet ?
Palladium ist in fein
verteilter Form, z.B. auf Aktivkohle oder Kieselsäure,
ein wichtiger Katalysator für chemische Reaktionen (Kfz-Katalysatoren).
Eine Gold-Palladium-Legierung mit einem Goldanteil von ca.
60-80%, die in die Gruppe Weißgold fällt, wird
zu Ringen, Halsketten und Schmuckstücken verarbeitet.
Weitere Anwendungsfälle: Zahnimplantate, Medizinische
Instrumente, Kontaktwerkstoffe für Kommunikationsanlagen,
Elektrodenwerkstoffe für Zündkerzen (Luftfahrt),
Feinstfolien (analog zum Blattgold kann Palladium zu 0,00001
mm dünnen Folien ausgewalzt werden) und andere.
Fein verteilter Palladiumschwamm kann in wässriger
Suspension das 12.000-fache Volumen an Wasserstoff absorbieren.
Die dabei entstehenden Metallhydride eignen sich in besonderem
Maße zur Herstellung von Wasserstoffspeichern (Brennstoffzellen)
z.B. in Wasserstoffautos. Beim Erwärmen auf 40-50°C
entweicht der Wasserstoff und liegt dann in einer besonders
reaktionsfähigen Form vor. Erhitzte Palladiumbleche sind
für Wasserstoff durchlässig und dienen daher zunehmend
zur Reinigung von Wasserstoff.
Wozu
wird Palladium verwendet ?
Anfang
des 19. Jahrhunderts kauften zwei Londoner Chemiker 163 kg
südamerikanisches Platin von Schmugglern. Beim Lösen
in Königswasser fanden sie einen schwarzen Rückstand
vor. Durch weitere Experimente mittels Zugabe von Quecksilbercyanid
und erneutem Erhitzen isolierte der englische Arzt und Chemiker
William Hyde Wollaston (1766-1828) ein unbekanntes, silbrig
glänzendes Metall. Das Element erhielt in Anlehnung an
den Planetoiden Pallas, der 1802 nach der griechischen Göttin
Pallas Athene benannt worden war und im selben Jahr entdeckt
wurde, den Namen Palladium (Symbol: "Pd").
In den Folgejahren entdeckten andere Chemiker
vier weitere Platin-Gruppen-Metalle (PGM): das seltene Rhodium,
das harte Iridium, das giftige Osmium und zuletzt das Ruthenium.
Eigenschaften
Palladium ist das 46. Element im Periodensystem,
besitzt eine silberweiß glänzende Farbe und ist
etwas härter als Platin. Dank seines relativ niedrigen
Schmelzpunktes von 1.555 °C, seiner 5er Härte nach
Mohs und einer Dichte von 12,02 g/cm³, läßt
es sich sehr gut bearbeiten (ähnlich Gold). Von allen
Platinmetallen ist das Edelmetall das leichteste, unedelste
und reaktionsfähigste Metall. Bei Raumtemperatur reagiert
es nicht mit Sauerstoff, es behält an der Luft seinen
metallischen Glanz und läuft nicht an. Im geglühten
Zustand ist es weich und duktil, bei Kaltverformung steigt
die Festigkeit und Härte schnell an (Kaltverfestigung).
Salzsäure und Schwefelsäure greifen das Metall nicht
an, wohl aber konzentrierte Salpetersäure, bei dem sich
gelbbraunes Palladiumnitrat bildet.
Palladium besitzt die höchste Absortionsfähigkeit
aller Elemente für Wasserstoff, bei Raumtemperatur vermag
es das 300-fache bzw. 900-fache Volumen binden, schwarzes
Palladiumpulver (auch Palladiummohr genannt) das 1.200-fache
und kolloidahle Palladiumlösungen das 3.000-fache. Formal
wird die Bildung eines Palladiumhydrids Pd2H angenommen.
Feinheit
& Maßangabe
Das Gewicht von Palladium wird wie bei Gold
oder Silber in "Troy Unzen" angegeben (1 Troy Unze
= 31,1035 Gramm), wobei das Wort "Troy" oft vernachlässigt
und nicht geschrieben wird. Außerhalb der Edelmetalle
kann dies zu Problemen führen, da das Wort "Unze"
auch für andere Stoffe und Einheiten (siehe Rubrik: Münzen)
steht.
Analog zum Gold, Silber oder Platin gibt es
eine Reinheitsangabe, die in der Fachsprache als "Feinheit"
bezeichnet wird. Die Feinheit bezieht sich stets auf den Anteil
des reinen Palladiums am Gesamtgewicht in Tausendstel. Allerdings
gibt es keine Karat-Angabe wie etwa beim Gold.
Vorkommen,
Angebot & Nachfrage
Obwohl Palladium in der Elementhäufigkeit
an 72 steht und damit etwas häufiger als Gold und Platin
vorkommt, ist es ein sehr seltenes Element. Es tritt in der
Natur fast immer zusammen mit den restlichen Platingruppenmetallen
auf, allerdings nur in geringen Mengen. Vereinzelt kommt es
auch in gediegener Form vor.
Metallisches Palladium und palladiumhaltige
Legierungen wurden in Flussseifen in Russland, Australien
und in Nord- und Südamerika gefunden. Diese Lagerstätten
sind jedoch seit Jahrzehnten weitestgehend ausgebeutet. Heute
wird Palladium meist als Beiprodukt aus Nickel-, Blei-, Silber-
und Kupfererzen, teilweise auch aus Golderzen sowie in Platinerzen
gewonnen. Mehr als 50% stammen aus russischer Förderung,
der Rest aus Südafrika und Nordamerika.
Da alle Platingruppenmetalle (PGM) ähnliche
chemische Eigenschaften aufweisen, war es in der Vergangenheit
sehr schwer, Palladium in Reinform zu gewinnen. So sollte
es nicht verwundern, wenn im Jahre 1913 nur ganze 67 kg gewonnen
wurden. Heute schwankt die Jahresförderung zwischen 25
und 100 Tonnen Palladium. Exakte und nachweisbare Zahlen sind
kaum zu bekommen, da Russland als Monopolist die Zahlen zu
seinem und zu gunsten des Palladiumpreises beliebig beeinflussen
kann.
Palladium
zu Anlagezwecken
Münzen oder Barren aus Palladium zählen
zu den Raritäten unter den Anlagemöglichkeiten.
Hauptproduzent von Palladium ist Russland und so sollte es
nicht verwundern, daß die bekannteste Münze aus
diesem Land stammt. Die russische Ballerina in Palladium ist
der Krügerrand des Palladiums. Allerdings lag die höchste
Jahresauflage "nur" im fünfstelligen Bereich
und ist damit meilenweit entfernt von Gold- oder Silberauflagen.
Russland prägte zudem noch andere Münzserien in
Palladium, wie auch Australien, China u.a. Länder. Die
Auflagen erreichten oft nur 4-stellige Bereiche und wurden
wegen Desinteresse meist wieder eingestellt. Platinbarren
werden von verschiedenen Prägeanstalten oder im Auftrag
von Banken hergestellt.
Quelle:
www.goldseiten.de
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